Neue Wege in der Jagdausbildung – respektvoll jagen, gut schießen und „Jägan“ essen!

Die moderne Jagd hat hohe ethische Ansprüche und zeigt sich in tiefer Dankbarkeit gegenüber der Natur. Dieses Grundmotiv hat Maurice Ressel in seiner Jagdausbildung in der Umweltbildungsstätte Jagd- & Wildnisschule Lupus konsequent umgesetzt und bildet durch einen neuen pädagogischen Ansatz zukünftige Jäger nach diesem Leitbild aus.

An einem kalten Wintertag haben wir nach einer Schießausbildung schnell die E-Mails kontrolliert und fanden zu unserer Überraschung die Anfrage für ein „Trainer the Trainer“ Programm eines Wildnispädagogen, Survival-Trainers und ehemaligen Kriegsberichterstatters im Postfach. Zugegeben haben wir nicht viele Wildnispädagogen und Kriegsberichterstatter im Kundenstamm, deswegen war unser Interesse schnell geweckt. Nach kurzer Recherche fanden wir heraus, dass man ein gemeinsames Schicksal teilt; ein längerer Aufenthalt in Afghanistan. Wir vermuteten, dass wir uns verstehen würden, und waren gespannt auf das erste Telefonat.

Bei diesem ersten Gespräch haben wir festgestellt, dass Maurice ein Mensch ist, dem das Thema Jagd tief am Herzen liegt. Enthusiastisch erzählte er von seinem neuartigen Ausbildungskonzept seiner Jagdschule und konnte uns direkt überzeugen durch unsere Expertise in der Konzeption einer guten Schießausbildung ein Teil von diesem Projekt zu werden. 

Die Jagd- & Wildnisschule kombiniert mit dieser Ausbildung einer fundierten Jagdausbildung, bei der das prüfungsrelevante Wissen mit der „Spirit“ der Wildnispädagogik kombiniert wird. Neben der reinen Wissensvermittlung werden durch rituale Dankbarkeit und Naturverbindung aufgebaut. Um das zu erreichen, bildet die Jagdschule zukünftige Jäger anhand von drei Grundüberzeugungen aus.

Erste Überzeugung: Jagen als Chance für mehr Bewusstsein = „Respektvoll Jagen lernen“

Kritikern der Jagd fällt es oft schwer, zu verstehen, dass die Jagd Empathie, Dankbarkeit und Naturbewusstsein fördern kann. Maurice baut in den Tagesablauf der Jagdausbildung Rituale ein, um eine Verbindung zu dem Tier aufzubauen. Hierzu gehört aus seiner Sicht, dass die Teilnehmer bei dem Verzehr ein Stückes Wild währende der Ausbildung die Geschichte erfahren wir es getötet wurde. Mit dieser Reflexion zu jedem erlegten Tier vergegenwärtigt man sich, dass hier ein fühlendes und intelligentes Wesen für den eigenen Fleischkonsum gestorben ist. Zudem legt der Wildnispädagoge in der Präsenzausbildung Wert darauf, die Natur bewusst wahrzunehmen, eins mit dieser zu werden. Das schafft Raum für einen persönlichen Prozess, damit für den Akt des Tötens eines Lebewesens für jeden ein guter Weg gefunden werden kann.

Zweite Überzeugung: Ernährung als „Statement“: Jagd als nachhaltigen und ethisch vertretbarer Fleischkonsum

Die Jagd- und Wildnisschule Lupus hat die Ernährung für den gesamten Veranstaltungszeitraum auf „Jägan“ umgestellt. In der praktischen Umsetzung heißt diese, dass ein Koch die Mahlzeiten ausschließlich aus gejagtem Wild sowie veganen (rein pflanzlichen) Produkten zubereitet. Diese Form der Ernährung basiert auf Maurice Überzeugung, dass eine nachhaltige Ernährung nicht auf der herkömmlichen Nutzung von Tieren zur Gewinnung von Lebensmittel wie Milch, Eiern und anderen Produkten erfolgen sollte. Denn den ethisch höchsten Anforderungen an das Tierwohl wird ein Konsument von Fleisch erst dann gerecht, wenn er ausschließlich Fleisch aus jagdlicher Produktion verzehrt. Dieses Fleisch ist zusätzlich dann am besten selbst gejagt. Das fördert laut Maurice die Dankbarkeit, da der Akt des Tötens und die anschließende Verarbeitung selbst übernommen wurden. Die Massentierhaltung und die daraus entstandenen Lebensmittel lehnt Maurice für die Verpflegung der Teilnehmer seiner Schule ab.

Dritte Überzeugung: Werde der beste Schütze, der du sein kannst um tierschutzgerecht zu töten

An dieser Stelle kamen wir von der Akademie für Jäger und Sportschützen ins Spiel. Wir teilen die Überzeugung von Maurice: „Ein guter Schütze muss kein guter Jäger sein, aber ein guter Jäger immer ein guter Schütze". Die Jagd steht im Fokus der Öffentlichkeit und muss sich in diesem Kontext daran messen, wie tierschutzgerecht eine Tötung erflogt. Ein hoher ethischer Anspruch bedeutet, dass der Jäger sein Handwerkszeug sicher und wiederholgenau beherrscht, um unabhängig von äußeren Einflüssen wie Wetter, Distanz und Verhalten des Wildes ein sofort tödlicher Schuss antragen zu können. Das Fundament wird hierfür in der Jagdschule mit einer soliden Schießausbildung gelegt.

Damit die Jagdschule Lupus eine gute Schießausbildung anbieten kann, müssen die Schießtrainer intensiv geschult werden. Sie müssen einen schlüssigen methodischen Aufbau kennen, mit dem Anfängern von der Waffenhandhabung bis hin zum sicheren Schuss unter Prüfungsstress das jagdliche Schießen beibingen können. Maurice ist für seine Schule den richte Weg gegangen und hat sich für seine Jagdausbildung eines schlüssigen Ausbildungskonzepts die Hilfe von Profis ins Haus geholt. Maurice besuchte uns Anfang des Jahres für eine Woche mit seinen Ausbildern, um von uns zu lernen.

In dieser Woche haben wir fünf Module ausgebildet:

  • Der dynamische Büchsenschuss (Michael Gast)
  • Die statischen Disziplinen Büchse (Michael Gast)
  • Schießen bis 300m mit der Büchse (Michael Gast)
  • Der Einsatz von Kurzwaffen auf der Jagd (Sven Stollenwerk)
  • Jagdliches Flintenschießen (Ralf Moser)

Die Woche war trainingsintensiv und geprägt von Austausch über ein bestmögliches Ausbildungskonzept. Die Schießausbildung hat dazu geführt, dass alle Ausbilder der Jagdschule Lupus neben den Grundfertigkeiten des jagdlichen Schießens, das Schießen auf weite Entfernungen und das Pistolenschießen intensiver kennengelernt haben. Weiter haben sie von unseren Profis die Didaktik und Methodik an die Hand bekommen dieses Wissen zu vermitteln. Hierdurch konnten wir ein Schießausbildungskonzept, maßgeschneidert für die Jagd- und Wildnisschule Lupus erarbeiten, welches den zukünftigen Jäger ganzheitlich auf das Schießen mit allen ihm zur Verfügung stehenden Waffen näherbringt.

Zusammenfassung

Uns hat die Zusammenarbeit mit dem Team der Jagdschule und mit Maurice Freude bereitet und wir sind uns sicher, dass wir den Ausbildern einen neuen methodischen Aufbau der Schießausbildung weitergeben konnten. Überzeugt hat uns der hohe ethische Anspruch der Jagdschule Lupus gegenüber der Jagd, den sie durch ihre außergewöhnliche Jagdausbildung an die zukünftigen Jäger weitergeben möchten. Weiterhin teilen wir die Meinung, dass ein ganzheitliches Schießausbildungskonzept zu einer guten Jagdausbildung dazu gehört. Ganzheitlich bedeutet, dass Techniken und Waffen ausgebildet werden, die nicht prüfungsrelevant sind, wie es oft bei der Kurzwaffe der Fall ist! Der zukünftige Jäger sollte ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass er verschiedene Waffen zur Jagdausübung erwerben darf und diese nur im Revier sollte, wenn er sicher in der Handhabung dieser Waffen ist.

Wenn ihr euch ein detailliertes Bild über die Jagdschule Lupus und dem Ausbildungskonzept der Jagdausbildung zum respektvollen Jäger:in anschauen möchtet, besucht gerne die Webseite unter: https://wildnisschule-lupus.de/jagdausbildung/

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