Verdeckte Trageweise der Kurzwaffe auf der Jagd – Training, Technik und Verantwortung

Die verdeckte Trageweise der Kurzwaffe ist längst nicht nur ein Thema für Behörden oder Selbstverteidigung. Auch im jagdlichen Alltag spielt sie eine zentrale Rolle: Sei es bei Nachsuchen im dichten Wald, der Kontrolle von Fallen oder bei anspruchsvollen Schießprüfungen nach DJV-Schießordnung. Wer seine Pistole oder seinen Revolver auf der Jagd diskret und gleichzeitig sicher führen möchte, muss regelmäßig das Ziehen und Schießen aus der verdeckten Trageweise trainieren – am besten unter realistischen Bedingungen, mit Jagdbekleidung und unterschiedlichen Holsterpositionen.

Wann und warum wird auf der Jagd verdeckt getragen?

  • Nachsuche auf Schwarzwild, bei der nicht offen mit der Waffe hantiert werden soll
  • Revierarbeiten, bei denen die Waffe für Unbefugte nicht sichtbar sein darf
  • Kontrolle von Fallen und Kirrungen, wenn der unmittelbare Zugriff auf die Kurzwaffe sicher, aber unauffällig gewährleistet sein muss
  • Schießprüfungen und Fertigkeitsschießen nach DJV, bei denen das Ziehen aus der verdeckten Trageweise unter Zeitdruck gefordert ist

Ausrüstung – Holster, Kleidung und sichere Handhabung

Entscheidend für die Praxis ist die richtige Auswahl und das sichere Tragen des Holsters. Bewährt haben sich verdeckte Holster-Varianten wie das IWB-Holster (Innenbund), Appendix-Holster oder klassische Positionen im Bereich 3 bis 5 Uhr am Gürtel. Wichtig: Das Holster muss einen schnellen, kontrollierten Zugriff ermöglichen, gleichzeitig aber auch bei Bewegung und unter dicker Jagdbekleidung verdeckt und sicher sitzen.

Achte darauf, verschiedene Outfits zu trainieren – von der Sommerjacke bis zur dicken Winterbekleidung. Beim Reholstern (Wiedereinstecken der Waffe) immer äußerste Sorgfalt walten lassen: Finger bleibt gerade, Kleidung darf nie im Holster eingeklemmt werden.

Ziehtechnik und Training – was ist zu beachten?

  • Übe das Ziehen aus verschiedenen Positionen: Appendix (vor dem Bauch), 3 Uhr (Seite), 4/5 Uhr (hinten seitlich am Gürtel).
  • Bekleidung muss im Ablauf zuverlässig zur Seite oder nach oben weggeschoben werden („Garment Clearing“), ohne dass sich Stoffteile im Abzugsbereich verfangen.
  • Der Griff an die Waffe muss sicher, kontrolliert und ohne Zögern erfolgen – auch bei dickeren Jacken oder Handschuhen.
  • Trainiere vor allem auf kurze Distanzen (3-7 Meter), da im jagdlichen Alltag viele Situationen sehr nah am Stück oder Hindernis stattfinden.
  • Nutze Timer oder reale Stressfaktoren für das Training: Nur so gewöhnst du dich an Zeitdruck und Adrenalin.

Muscle Memory und Sicherheit – warum Trockenübungen so wertvoll sind

Viele Aspekte der verdeckten Trageweise lassen sich durch Trockenübung (ohne scharfe Munition!) auch zu Hause trainieren. Besonders das wiederholte Ziehen, das Kontrollieren der Kleidung und das zielgerichtete Präsentieren der Waffe bauen wertvolle „Muscle Memory“ auf. Diese Abläufe müssen sitzen, damit du auch im Ernstfall fehlerfrei und sicher agieren kannst.

Tipp: Nutze für das Training verschiedene Jacken, Westen und Jagdkleidung. Trainiere nicht immer nur mit dem Lieblingsoutfit! Auch Simulationswaffen, Lasertrainer oder Airsoft helfen, die Abläufe realitätsnah zu verinnerlichen.

Typische Fehler beim Ziehen aus verdeckter Trageweise

  • Unsicherer oder zu hektischer Griff: Ruhe und Kontrolle vor Geschwindigkeit!
  • Kleidung nicht richtig freigemacht: Gefahr, dass sich Stoffteile im Abzug oder Holster verfangen.
  • Finger zu früh am Abzug: Absolutes No-Go! Der Finger kommt erst an den Abzug, wenn das Visier auf dem Ziel ist.
  • Waffe nicht durchgeladen oder keine Patrone im Lauf: Wer unsicher ist, sollte Training und Ausrüstung überdenken.
  • Nach dem Schuss zu schnelles „Disengagement“: Erst Umgebung prüfen, dann die Waffe sichern und wieder verdeckt führen.

Jagdliches Training nach DJV und Schießstandpraxis

Die DJV-Schießordnung schreibt das Fertigkeitsschießen aus verdeckter Trageweise vor. Das bedeutet: Ziehen unter Zeitdruck, möglichst realitätsnah, mit Jagdbekleidung, manchmal auch mit Handschuhen. Dieses Training ist nicht nur prüfungsrelevant, sondern sorgt im Ernstfall für Routine und Sicherheit.

Fazit: Wer verdeckt trägt, trägt mehr Verantwortung

Die verdeckte Trageweise der Kurzwaffe verlangt mehr als bloße Routine: Sie fordert Disziplin, Training, richtige Ausrüstung und den Willen, Verantwortung für sich und andere im Revier zu übernehmen. Wer regelmäßig und realistisch übt, kann im entscheidenden Moment schnell, sicher und waidgerecht reagieren.

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Waidmannsheil und bis bald im Training!

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